Die Abendschau überträgt live vom Spieletreff. Seit 13:30 Uhr laufen die Vorbereitungen, ab 17:35 geht es los. Wir kommen zu dritt, allerdings zu spät für die Generalprobe, so dass es maximal noch zu Statistenrollen reicht. Da genügend andere Interessenten dafür da sind verzichten Ute und ich und spielen lieber was. Laura ist als Statistin dabei, schließlich sind alle Schulfreundinnen informiert.

Wir brauchen also ein kürzeres Spiel, das nicht zu langweilig ist. Beim Blick in den Spieleschrank fällt mir Port Royal ins Auge. Der ideale Kandidat: hab ich noch nicht gespielt, ist durchgehend gut bewertet, die Regeln sind überschaubar und die Spieldauer auch. Wir starten zu viert: Ute, Basti, Stefan und ich.

Wie geht Port Royal? Alles dreht sich um Karten, die wie bei San Juan oder Race for the Galaxy mehrere Funktionen haben. Entweder sind sie Geld oder was Anderes. Was Anderes sind Schiffe (in fünf Farben), Personen, Expeditionsaufträge oder Steuererhöhungen. Wer an der Reihe ist deckt so lange Karten vom Nachziehstapel auf, bis er genug hat oder bis er verzockt hat, weil das zweite Schiff einer Farbe kommt und er es nicht abwehren kann. Zum Abwehren braucht man Matrosen oder Piraten mindestens in der Stärke des Schiffes. Hat man rechtzeitig aufgehört, darf man sich Karten aus der grade produzierten Auslage nehmen, und zwar je mehr, je mehr Schiffe in der Auslage liegen. Genommene Schiffe bringen Geld, genommene Personen bringen Siegpunkte und weitere Vorteile (z.B. die Fähigkeit Schiffe abzuwehren s.o.), müssen allerdings bezahlt werden. Hat der aktive Spieler die Auslage geplündert dürfen reihum alle anderen auch noch zugreifen, wenn sie dem aktiven Spieler eine Münze (Karte) dafür geben.

Wie läuft unser Spiel? Für Stefan schlecht. Er beginnt, deckt ein Ein-Geld Schiff auf, macht weiter und deckt danach sofort das nächste Schiff mit der gleichen Farbe wie das erste Schiff auf. Das schafft er ein paarmal während des Spiels. Mehr als der letzte Platz ist so nicht drin. Ute ist die Einzige die Matrosen und Piraten hat, und somit auch mal ein Schiff abwehren kann. Ich hole mir alle Personen, die ich bekommen kann. Das sind viele Händler, die abgesehen von den Siegpunkten, eher nutzlos sind und ein Admiral der gut Kohle bringt. Schließlich kann ich das Spiel durch Erwerb eines Expeditionsauftrags beenden. Ute und Basti mit jeweils 10 Siegpunkten scheitern beim Versuch meine 12 Siegpunkte noch zu schlagen.

Was taugt es? Port Royal ist ein nettes Spielchen für zwischendurch. Der Glücksfaktor ist recht hoch und der strategische Anspruch sehr gering. Also, kann man wieder spielen, werd ich als Absacker sicher nochmal vorschlagen, in den Spieleschrank kommt es nicht, dazu ist es zu wenig steuerbar.
Nachdem die Abendschau Karlsfeld verlassen hat ist jetzt das Hauptspiel des Abends angesagt. Wir machen uns zu dritt, Jörg, Basti und ich, an Zhan Guo, das ich unbedingt nochmal testen wollte. Obwohl ich es schon mal gespielt habe, dauert es etwas, bis ich wieder im Spiel drin bin. Wie beim ersten Test von Zhan Guo konzentriere ich mich auf die Mauer und lass die Aufträge links liegen. Damit reicht es knapp zum Sieg vor Basti, der alle 6 Aufträge erfüllt hat, fast immer auch noch als Erster, und dort ordentlich Punkte absahnt.

Was taugt es beim zweiten Mal? Es hat wieder Spaß gemacht, auch wenn es durchaus etwas anstrengend ist. Wieder mal ein 5 Punkte Spiel. Für die Höchstwertung sind mir zu viele Zufalls- und Mehrheitenkomponenten im Spiel. Der Zufall schlägt vor allen Dingen beim Ziehen der Karten zu. In der ersten Runde, in der man natürlich viel am eigenen Hof baut, ist es doof, wenn man nur Karten mit Zusatzaktionen bekommt, die man nicht so gern haben möchte. In den letzten Runden ist dann die Zahl auf der Karte wichtiger. Je kleiner und je größer desto besser. Blöd, wenn man eher die mittleren Zahlen bekommt, und dadurch Probleme hat seine Zusatzaktionen durchzuführen.

Kommt es in den Spieleschrank? Eher nicht. Die Zielgruppe für ein so stark verzahntes Spiel ist doch recht klein. Und etwas weniger Verzahnung taugt mir auch ganz gut, dann spielt es sich einfach etwas lockerer.

 

Bericht von Peter